DAHC

eeeDeutsch-Amerikanischer Herrenclub München e.V.
German American Men's Club Munich
Mitglied im Verband der Deutsch-Amerikanischen Clubs e.V.
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Über uns

Chronik des DAHC München

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70 JAHRE DEUTSCH-AMERIKANISCHER HERRENCLUB



Dokument aus dem Jahr 1950: Bürgermeister von Miller (2. von rechts) verabschiedet Chester S. (Jim) Wright (2. von links) zu einer Spendenaktion der Pfennigparade. Jim Wright, der amerikanische Munich Resident Officer war der Gründungsvater des Münchner DAHC


 

Am 30. April 1945 besetzten Einheiten der 7. US-Armee München. Das deutsche Oberkommando unterzeichnete am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation. Die Großen Drei - Churchill, Roosevelt und Stalin - entschieden über das weitere Schicksal unseres Landes. Deutschland wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt, wobei München zur amerikanischen gehörte. Schon am 4. Mai 1945 wurde Dr. Karl Scharnagel als Oberbürgermeister der Stadt von der amerikanischen Militärregierung eingesetzt. Neben der vordringlichen Versorgung der Bevölkerung begann in München sofort der Wiederaufbau. Das politische, kulturelle und wirtschaftliche Leben normalisierte sich nach und nach.

Parallel hierzu legte die amerikanische Militärregierung Wert darauf, nach Jahren der Diktatur des Naziregimes, den Deutschen die Demokratie zu vermitteln. Dazu benötigte man einen guten "Draht zur deutschen Bevölkerung. Im Zuge dieses Gedankens wurde neben
anderen Aktivitäten am 24. Juli 1947 der Deutsch-Amerikanische Herrenclub München (DAHC) ins Leben gerufen. Er war der erste seiner Art, der in der amerikanischen Besatzungszone gegründet wurde. Der Münchner Frauenclub wurde ein Jahr später aus der Taufe gehoben.

Der als Verein geführte Club hatte damals, wie auch heute, den Zweck, die gegenseitige Achtung, das Verständnis und die Freundschaft zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Volk zu fördern. So steht es in seiner Satzung. Er soll dies erreichen durch

  • - Anregung des Interesses an sozialen, kulturellen Betätigungen
  • - Teilnahme an staatsbürgerlichen und der Wohlfahrt dienenden Vorhaben ohne parteipolitische Betätigung
  • - finanzielle Unterstützung für soziale und gemeinnützige Zwecke
  • - Förderung von Programmen für Studentenaustausch und Jugendarbeit des VDAC
  • - Förderung des Verständnisses der beiderseitigen Traditionen, Sitten und geschichtlichen Entwicklung.

Der Verein ist politisch und religiös neutral. Er ist selbstlos tätig und verfolgt daher keine eigenwirtschaftlichen Interessen.

Der neue, rund 250 Personen starke Club wurde jeweils durch zwei Clubpräsidenten geführt, einem amerikanischen und einem deutschen. Der verwaltungstechnische Aufwand war zu dieser Zeit so groß, dass man einen hauptamtlichen Club Sekretär anstellte. Die Aufgaben beinhalteten mindestens ein monatliches, protokollarisch festgehaltenes Meeting im Rathaus, die oft zweimal im Monat stattfindenden abendlichen Vorträge im Ratskeller sowie die monatlich erscheinenden Clubnachrichten.

Der erste amerikanische Clubpräsident, Chester Wright als Munich Resident Officer, und der deutsche Thomas Wimmer, Oberbürgermeister der Stadt München, entschieden, diese Aufgaben dem Zwanzigjährigen Gary Werner zu übertragen. Wimmer überlies dem neuen Executive Secretary im noch teilweise ausgebombten Münchener Rathaus sein eigenes Besprechungszimmer als Clubbüro. Man sieht daran, dass der DAHC zu dieser Zeit einen hohen Stellenwert innehatte. Zwangsläufig gab es in seiner Anfangszeit mehr amerikanische als deutsche

Das Neue Rathaus Münchens nach seiner teilweisen Zerstörung
Mitglieder. Das Clubleben wurde aber geprägt durch häufigen Wechsel der amerikanischen Mitglieder, die meist als Soldaten in die USA zurückversetzt wurden. Ganz extrem änderte sich die Zusammensetzung des Clubs durch das Verlassen der  letzten Einheiten der US-Armee aus München im Jahr 1992, so dass heute nur noch etwa 10 Prozent Amerikaner Mitglieder sind. Die Anzahl sank damals auf rund 120 Personen. Mit dem Abzug der Amerikaner wurde auch die zweigleisige Präsidentschaft aufgegeben.

Der Ministerpräsident des Freistaates Bayern, der US-Generalkonsul in München, der Oberbürgermeister der Stadt München und der Kommandeur des Landeskommandos Bayern der Bundeswehr sind auf Grund ihres Amtes die jeweiligen Ehrenpräsidenten. Wegen der besonderen Verdienste für den Club sind die früheren langjährigen Club-Präsidenten Samuel W. Magill und Dr. Peter Rückert ebenfalls zu Ehrenpräsidenten ernannt worden.

Aus den ersten zwei Jahren ist besonders bekannt, dass Chester Wright, der Standortoffizier für München, und Dr. Anton Fingerle, der Leiter des Münchner Stadtschulamtes, eine maßgebliche Rolle in der ursprünglichen Organisation und bei den ersten Aktivitäten spielten.

Neben der Patenschaft für ein Programm zur Hebung der katastrophalen Verkehrssicherheit im wachsenden Straßenverkehr auf den damals nur teilweise vom Schutt geräumten Straßen Münchens, sponserte der DAHC den deutsch-amerikanischen Film "Death ls So Permanent". Außerdem initiierte und richtete der sehr dynamische Clubpräsidenten Wright, die „Pfennigparade“ als deutsches Gegenstück zum amerikanischen „March of Dimes“ ein, um die Finanzierung für den Kampf gegen die Kinderlähmung zu unterstützen, eine in jenen Tagen sehr verbreitete Krankheit.

Als Maßnahme zur Geldbeschaffung für die „Pfennigparade“ übernahm der Club in Zusammenarbeit mit dem Münchner Frauenclub am 8. Januar 1951 die Patenschaft für den ersten „Magnolienball“, an dem viele Persönlichkeiten der Bayerischen Staatsregierung, der Stadt München, der Militär-Garnison und verschiedener Konsulate sowie internationaler Organisationen teilnahmen. Der Magnolienball im Regina Palace Hotel war das erste große soziale Event des Faschings 1951. Der Ball bekam den Namen Magnolie zu Ehren von New Orleans, der einzigen Stadt in den USA, die Karneval feiert. Die Magnolie wurde im Jahr 1900 im Staat Louisiana, auf dessen Territorium New Orleans liegt, als "Magnolia State Flower" bezeichnet. Auch heute noch führt der Deutsch-Amerikanische Frauenclub München dieses Event mit großem Erfolg durch.


Das Münchner Rathaus heute

Und schon damals wusste man nach dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist", dass, wenn man lange genug sammelt, viele kleine Münzen letztendlich auch eine große Summe ergeben. So wurden auf jeder Veranstaltung gläserne Bonbondosen als Sammelbüchsen aufgestellt, in deren blechernen Deckel ein Schlitz geschnitten war. Mit den Spenden kaufte der Club eine sogenannte „Eiserne Lunge“, um einer damals drohenden Epidemie spinaler Kinderlähmung zu begegnen. Sie wurde im städtischen Krankenhaus Schwabing in München installiert.


Inzwischen konzentriert sich die finanzielle Unterstützung

des DAHC ganz auf das Studenten-Austauschprogramm, das jährlich nahezu 60 Studenten beider Nationen ein einjähriges Studium im jeweiligen Gastland ermöglicht. Außerdem fördert der Club ein Jugendprogramm, das Seminare für 14- bis 18-Jährige und die Vermittlung von Gastfamilien umfasst. Diese vom DAHC gesponserten Stipendien des Verbandes aller Deutsch-Amerikanischen Clubs (VDAC) fördert die guten Beziehungen zwischen den beiden Völkern. Der DAHC München ist Gründungsmitglied.

Schon in seiner Anfangszeit wurde das wöchentliche "Luncheon" im Ratskeller ins Leben gerufen. Diese, heute Stammtisch genannte Veranstaltung wird seit 70 Jahren für die Mitglieder, Freunde und Gäste durchgeführt. Dazu finden sich jedes Mal rund 25...30 Mitglieder zu einem Imbiss und zu zwanglosen Gesprächen ein. Jeder kann selbst entscheiden, ob er teilnehmen will oder nicht. Ein An- oder Abmelden ist nicht notwendig. Die langjährige Erfahrung hat gezeigt, dass sich gerade nach diesen Treffen viele Interessierte entscheiden, dem Club beizutreten.

Viele Freundschaften sind unter den Mitgliedern entstanden, so dass sich eine große Anzahl auch privat trifft. Durch die häufige Überkreuzteilnahme der Ehepartner, die jeweilig Mitglieder des Damen- oder Herren-Clubs sind, lernen sich auch die Ehepaare untereinander kennen. Gerade im Ruhestand, wo man mehr Zeit für sich hat, ist die gesellige Komponente von unschätzbarem Wert.

Höhepunkte des derzeitigen Clublebens sind monatliche Ausflüge, Firmenbesuche, Vorträge über aktuelle Themen und Teilnahme an kulturellen Ereignissen sowie auch das alljährlich stattfindende, traditionelle Thanksgiving Dinner im Marriott Hotel zu München. Gesellschaftliches Leben, geselliges Kommunizieren und unsere wöchentlichen Zusammenkünfte sind die Grundlage für Zusammenhalt und Engagement der Mitglieder. Der DAHC ist somit eine  Wertegemeinschaft fürs Leben.

lm derzeitigen Jahresbeitrag von 70 Euro sind die Mitgliedschaft im Dachverband und ein Abonnement der Zeitschrift „Gazette“ - das offizielle Nachrichtenorgan des Dachverbandes der Deutsch-Amerikanischen Clubs - eingeschlossen.

In diesem Jahr blickt der DAHC München auf 70 Jahre Clubleben zurück. Wie im richtigen Leben so gab es auch im Clubleben Höhen und Tiefen. Ein herausragendes Ereignis war auf jeden Fall die Jubiläumsfeier im Westin Grand Hotel zu München am 8. September 2017.

Prof. Dr. Dieter Anselm
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