Studenten-Berichte - DAHC

eeeDeutsch-Amerikanischer Herrenclub München e.V.
German American Men's Club Munich
Mitglied im Verband der Deutsch-Amerikanischen Clubs e.V.
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Studenten-Berichte

Jugendarbeit

BERICHTE DEUTSCHER STUDENTEN ÜBER IHREN
USA - AUSTAUSCH 2014 / 2015

Sarah Ott wohnt in Königsbronn bei Augsburg und wird im Oktober an der Uni Augsburg im 6. Semester Lehramt an Gymnasien für Deutsch, Englisch und Ethik/Philosophie studieren.

Erinnerungen an mein Studienjahr in den USA von Sarah Ott

Der Großzügigkeit der Mitglieder des VDAC verdanke ich die beste Zeit meines bisherigen Lebens, die ich von August 2014 bis Mai 2015 in Oberlin, Ohio, verbringen durfte. Ich könnte tausende Zeilen mit Anekdoten (z.B. wie ein Freund und ich sechs Toilettenpapierrollen vom nebenliegenden Studentenwohnheim stahlen, da unseres keines mehr hatte und eine Studentin deswegen den Sicherheitsdienst rufen wollte, so dass wir schnell wegrennen mussten) von meiner Zeit füllen, doch das wäre bestimmt langweilig für diejenigen, die nicht dabei waren. Ich wurde so warmherzig im German Department des Colleges als Teaching Assistant aufgenommen dass ich es gar nicht in Worte fassen, sondern nur mit meinen Augen, die jedes Mal wie Sterne strahlen, wenn ich in Erinnerungen schwelge, übermitteln kann.

Meine Formulierungen reichen bei langem nicht um meine Erlebnisse gerecht zu beschreiben. Jeder Mensch, dem ich im College begegnete, war so lieb und hilfsbereit zu mir. Ich lernte von ihnen so viel und sie hoffentlich von mir. In den vielen Englischliteraturkursen, die ich belegte, war ich fasziniert von der Brillanz der Professoren und den Themen, so dass ich nun ab Oktober Ethik/Philosophie für Lehramt an Gymnasien als Erweiterungsfach studieren werde. Dieses Jahr hat mich sehr stark geprägt: Ich machte sehr gute Freunde mit den anderen Teaching Assistants, die aus der ganzen Welt, z.B. aus Russland, Frankreich, Argentinien, Brasilien, Peru, Mauritius etc., kamen. Meine Fremdsprachenkompetenzen waren noch das Geringste, das sich bei mir verbesserte. Ich wurde weltoffener, neugieriger und neugieriger auf ihre Kulturen und lernte dadurch auch mich und meine Herkunft viel besser kennen. Meine vielen Deutschtische, Events und Deutschunterrichte gaben den amerikanischen Studenten nicht nur Einblicke in die deutsche Sprache und Kultur, sondern waren für mich auch von großer Bedeutung. Als mein Austauschjahr zu Ende ging war ich, überraschenderweise, nicht so traurig und nostalgisch wie meine Freunde. Ich wusste ganz sicher, dass das alles erst ein Anfang für mich ist. Ich bin vor kurzem 22 Jahre alt geworden und freue mich jeden Tag aufs Neue, dass ich noch ein ganzes Leben voll solcher Erfahrungen vor mir habe. Ich habe noch so viele Pläne!
Für diese Bewusstmachung danke ich dem VDAC von ganzem Herzen.


Sarah Ott

Simon Geißler wurde in München geboren, ist etwas außerhalb in Landsberg am Lech aufgewachsen und zu seinem Studium 2010 wieder nach München gezogen. Er studiert Elektrotechnik und Informationstechnik an der Technischen Universität München (TUM) und beginnt dort in wenigen Wochen sein neuntes Semester (zweites Fachsemester Masterstudium).

Erinnerungen an mein Studienjahr in den USA von Simon Geißler (Auszüge)

Meine Austauschuniversität, die Central Michigan University (CMU), ist mit 27.000 Studenten zwar nicht gerade klein, dennoch wirkte das Umfeld recht familiär und überschaubar. Man lief Bekannten oft über den Weg – häufiger zumindest, als ich das aus meinem Studentendasein in München gewohnt war. Das war ein großer Vorteil des Campuslebens! Von Anfang an war mir klar, dass ich im Bereich „Engineering" akademisch nicht so sehr gefordert würde wie an der TU München.

So habe ich Kurse im „Senior Level" belegt und konnte selbst dort mit wenig Aufwand – leider auch ohne viel Wissenszuwachs – leicht mithalten. Bald schon war ich bei meinen Kommilitonen als „the German engineering guy" bekannt. Diese Erfahrung hat mich doch sehr erstaunt. Umso mehr genoss ich meine außerfachlichen Kurse am College für Musik, einem akademischen Aushängeschild der CMU. So lernte ich die Grundzüge des Komponierens und spielte vom Trompetenquartett bis hin zum großen Sinfonieorchester in den unterschiedlichsten Ensembles mit. Das war fordernd und hat Spaß gemacht! Viele Kontakte und Freundschaften habe ich über die Musik geknüpft. Beeindruckt hat mich die Vielfalt an Sportkursen, die gleichwertig zu den theoretischen Vorlesungen angeboten wurden. So lernte ich Sportarten wie „Rock Climbing", „Archery" und „Disc Golf " kennen. Das war immer eine willkommene Abwechslung. Als angenehm empfand ich das persönliche und ungezwungene Verhältnis zu den Dozenten und Professoren. Sie waren keineswegs weltfremde Theoretiker, sondern zeigten gerne ihre Verbundenheit mit den Studenten, etwa mit Gratispizza bei langen Laborversuchen oder mit unterhaltsamen Geschichten aus ihrem Familienleben. Man grüßte sich auf dem Gang mit Vornamen und auch eine Einladung zu Thanksgiving oder zum Barbecue war keine Grenzüberschreitung …….. Oft wurde ich nach meiner Heimat gefragt und durfte als „Kulturbotschafter" Deutschland und Bayern in Michigan bekannt machen. Fast überall bin ich auf große Neugier gestoßen und habe die unzähligen Fragen gerne beantwortet. Auch wenn die Amerikaner vereinzelt frappierendes Unwissen zeigten („Welche Sprache spricht man noch gleich in Deutschland?"), ist Deutschland für sie ein Land auf Augenhöhe, von dem sie mehr erfahren wollen und das sie für ein lohnenswertes Reiseziel halten. Als „bayerisches Projekt" habe ich mit vier amerikanischen Freunden ein Blechbläserquintett gegründet, mit dem wir bayerische Musik gespielt und aufgeführt haben. Polkas, Märsche und Zwiefache – selbstverständlich in Lederhosen. In diesem Zusammenhang erlebte ich auch mein lustigstes Missverständnis: Auf die Frage, woher denn diese Musik sei – „Bavaria" –, verstand mein Gegenüber leider „Barbaria" und war sichtlich erfreut, nun endlich dieses unbekannte Land zuordnen zu können ………. Die große Gastfreundschaft reichte auch weit in den Verband Deutsch-Amerikanischer Clubs (VDAC) herein. Im letzten Jahr war ich Teil eines Netzwerks weltoffener Studentinnen und Studenten. Ich erhielt oft Besuch und hatte somit auch gute Gründe, selbst quer durch die USA zu reisen und Gleichgesinnte zu treffen. Natürlich war der VDAC unverzichtbar für die Finanzierung und Organisation meines Auslandsvorhabens. Angefangen bei den Vorbereitungsseminaren in Deutschland bereits Monate vor meinem Abflug, über die Einbindung in das Campusleben in Mount Pleasant dank eines deutschen Stammtischs durch die Deutsch-Professorin bis hin zur gesamten Übernahme meiner Studienkosten, hat man sich exzellent um mich gekümmert.
Dafür bedanke ich mich sehr herzlich!

Simon Geißler, 6. September 2015

Minh Nguyen's Zuhause ist Hanau, wo er geboren wurde und aufgewachsen ist. Er studiert ab kommenden Oktober Amerikanistik auf Master im ersten Semester an der LMU München.

Erinnerungen an mein Studienjahr in den USA
von Minh Nguyen

Ich war von August bis Juni in Dartmouth und kann mit guter Gewissheit sagen, dass es die intensivste und lehrreichste Zeit meines bisherigen Lebens geworden ist. Dartmouth ist ein kleiner isolierter Campus in der kleinen, ländlichen Stadt Hanover, umgeben von nichts als Bergen und Wäldern. Dadurch, dass sich das ganze Leben auf dem Campus abspielt, herrscht eine intime und familiäre Atmosphäre. Es ist sehr leicht immer wieder neue Leute kennenzulernen und persönlich mit Professogearbeitetren zu sprechen. Trotz des hohen akademischen Anspruchs engagieren sich dort die meisten Studenten in einer Vielzahl an Clubs und Organisationen. Ich habe im Deutsch-Department als

Lehrassistent gearbeitet und im Collis Center for Student Involvement am Wochenende verschiedene Studentenveranstaltungen organisiert und betreut. Insgesamt war mein Alltag viel vollgepackter als in Deutschland und ich konnte mich mit niemandem zum Kaffee-Trinken verabreden ohne in meinen Kalender zu schauen. Besonders in den ersten 6 Monaten habe ich mich jedoch manchmal fehl am Platz gefühlt. Trotz der Dichte an Menschen mit denen man in Kontakt kommt, kann man sich alleine und isoliert fühlen. Amerikaner sind tatsächlich etwas oberflächlicher, wenn es um den Begriff Freundschaft geht- eine soziale Eigenheit die mich lange gestört hat, aber ich irgendwann einfach gelassener genommen habe. Der harte Winter mit Temperaturen bis -23 Grad war wohl in vielerlei Hinsicht die dunkelste Zeit des Jahres. Mit dem Frühling waren alle Sorgen wie weggeblasen und ich habe mich endlich wie Zuhause gefühlt. Ich habe Freunde fürs Leben gefunden und hatte einfach nur noch Spaß. Akademisch, persönlich und kulturell habe ich extrem viel dazu gelernt und dank meiner Reisen durch die USA in den Ferien auch noch viel vom Land gesehen. So sehr ich München während des Jahres vermisst habe, desto mehr vermisse ich Dartmouth seit ich nicht mehr dort bin. Jede Erinnerung ist so lebendig, dass es manchmal wehtut. Ich lese dies aber als ein gutes Zeichen, da mir klar wird, wie besonders diese Erfahrung war, die mir der VDAC ermöglicht hat.
Danke und freundliche Grüße

Minh Nguyen

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